Publications   Empirical Studies Kyn-Schrettl-Vintzentz: Simulation des Einflusses der Planung auf die sowietische Wirtschaft.

 

1.Grundzüge des Modells der sowietischen Wirtschaft

Ein makroökonomisches Modell der sowjetischen Wirtschaft muß sich in zwei Punkten prinzipiell von Modellen marktwirtschaftlicher Prägung unterscheiden. Einmal bewirkt die Existenz zentraler Zuteilungsmechanismen, daß die Nachfrage als zentrale Kategorie ihre Bedeutung für den Ablauf und dieSteuerung der Wirtschaftsprozesse verliert. Die sowjetische Wirtschaft arbeitet im wesentlichen angebotsorientiert, d.h. die Produktion ist auch kurzfristig durch die Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren bestimmt. Das Wachstum des Faktors Kapital wird am besten durch ein einfaches Akkumulations— modell beschrieben: Die verfügbare Produktion jeder Periode wird für Konsum- und Investitionszwecke verwendet; die Investitionen führen nach einer gewissen Zeit zur Erhöhung des Kapitalstocks und damit zur Erhöhung der Produktion, die dann zur erneuten Verteilung zur Verfügung steht. In einem Modell einer solchen angebotsorientierten Wirtschaft erfolgt die Disaggregation natürlich nach Sektoren der Produktion--in unserem Falle Industrie, Landwirtschaft, Bauwesen, Transport- und Nachrichtenwesen und ein Residualsektor- und nicht nach Endnachfragekategorien.

Der zweite prinzipielle Unterschied gegenüber Modellen für Marktwirtschaften bezieht sich auf die Lenkungsinstrumente derWirtschaftspolitiker, in unserem Zusammenhang also der Planer. Während in Marktwirtschaften die Steuerung der Nachfrage mittels der Finanz- und Geldpolitik im Mittelpunkt steht, greifen die Lenkungsinstrumente der Planer auf andere Weise, an anderer Stelle und zum Teil sehr viel direkter in den Wirtschaftsprozeß ein. Die direkte Eingriffsmöglichkeit besteht vor allem beim Faktor Kapital. Der Umfang und die sektorale Allokation der Investitionen, die physische Ausscheidung (Verschrottung) alter Kapitalgüter und das “timing“ der Fertigstellung von Investitionsprojekten sind wichtige Politikvariable der Planer. Wesentlich indirekter nur vermögen die Planer bei den Arbeitskräften zu steuern: Die Einstellung von Arbeitskräften ist Sache der Betriebe und von ihrer Bedarfseinschätzung auf der Basis der Output-Planauflagen der Zentrale abhängig.

Für die Zwecke eines Modells wäre es nun wünschenswert, zusätzlich zu den technischen Gleichungen, für jede Politikvariable sowohl die Bildung der entsprechenden Plangrößen als auch ihre Wirkung zu erklären. Einem solchen Vorhaben setzt die beschränkte Datenlage recht enge Grenzen.3) Dennoch liegen Plandaten des Outputs in hinreichender Zahl vor, so daß es möglich ist, makroökono­mische Hypothesen über die Bildung dieser Pläne zu testen.

Die entsprechenden Pläne werden damit zu endogenen Variablen des Modells. Wir werden diese Planfunktionen im nächsten Abschnitt vorstellen. Wo keine Zeitreihen der Pläne vorliegen, können sie natürlich auch nicht als exogene Variable bei der Erklärung anderer Größen explizit eine Rolle spielen. Das bedeutet jedoch nicht, daß wir die Wirkung der Planung nur unzulänglich untersuchen können. Denn der Einfluß der Planer beschränkt sieh nich auf die  Erstellung von Plänen, vielmehr greifen sie ständig in Reaktion auf reale Entwicklungen in die laufenden Wirtschaftsprozesse ein. Jede Verhaltensfunktion in einem Modell einer Planwirtschaft, auch wenn weder die zu erklärenden noch die erklärenden Variablen Plangrößen darstellen, beschreibt daher wirtschaftspolitisches Handeln der Planer und enthält implizit auch die Pläne. Darüber hinaus finden die Aktionen der Planer auch über exogene Variable, soweit sie als Instrumente der Wirtschaftslenkung in Frage kommen, Eingang ins Modell und können in ihren Wirkungen analftiert werden.

 

 

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