Reforms  Sik

Die erste Periode des internationalen Ruhms:

Die Wirtschaftsreform in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre und der Prager Frühling

Ota Sik wurde weltberühmt als abtrünniger Kommunist. Als Marxist hat er für sich und seine kommunistische Partei und ihre Ideologie den freien Markt neu entdeckt, in einem langwierigen Prozess,10 der bis heute nicht vollendet ist, und durch viele "Altlasten"11 charakterisiert ist. Für die Welt-Wirtschaftswissenschaft hat er damit nichts Neues geschaffen.

Eine solche Neu-Entdeckung des Marktes, die Ota Sik in der damaligen Zeit mit vielen anderen ursprünglich kommunistischen Ökonomen machte - wie z.B. mit W.Brus und K.Laski in Polen, T.Nagy und R.Nyers in Ungarn, J.Kosta und B.Levcík in der CSSR etc., war aber von immenser praktischer Bedeutung - half sie doch den Freiheitsraum für Bürger kommunistischer Länder in der damaligen Zeit12 zu vergrößern und trug sie in der weiteren Folge zur Auflösung des Weltkommunismus.

Es ist darum verständlich, daß die Wiederentdeckung des Marktes nicht das war, was die Welt beeindruckt hat. Die sensationelle Aufmachung in den Medien lag daran, daß dies von einem führenden kommunistischen Funktionär und Wissenschaftler bewerkstelligt wurde.

Dieser Ruhm kam dabei auch nur darum zustande, weil Ota Sik als hoher Funktionär der KP in den 60er Jahren - insbesondere 1968 als tschechoslowakischer Vizepremier - seine Vorstellungen, allmählich und durch erste Anfangsschritte in der Praxis realisieren konnte. Ein herausragendes Verdienst Ota Sik`s ist seine mutige Rede auf dem XIII. Parteitag der KPTsch am 4.6.1966 unter den Augen Bre6n2v`s. In seiner Autobiographie widmet er diesem Auftritt ein ganzes Kapitel unter dem Titel "Signal am 13.Parteitag".

 

 

 

 

 

 

Reforms Sik

Der zweite Gipfel des Weltruhmes von Ota Sik:

Mitte der 70er Jahre - der Dritte Weg

Bis zu seiner Emigration hat sich Ota Sik fast ausschließlich mit dem kommunistischen Wirtschaftssystem in der Tschechoslowakei und zunehmend auch mit diesem System in anderen kommunistischen Ländern befaßt. Seine Aussagen zur westlichen Marktwirtschaft bzw. zum Kapitalismus waren viel mehr der dogmatischen marxistischen Standardsicht des Kapitalismus verhaftet, als seine Aussagen zum kommunistischen System. Das hängt damit zusammen, daß ihm über den Sozialismus eine Fülle von Erfahrung zur Verfügung stand. Diese Erfahrung wird von Burkett gewürdigt in der sonst scharfen Kritik des wichtigsten Werkes von Ota Sik "Humane Wirtschaftsdemokratie", Hamburg 1979, die die enstprechenden Teile des Buches als "relativ besser" anerkennt. 13

Es ist charakteristisch, daß Ota Sik seine Arbeit über den Kapitalismus anfängt mit einer Kritik an Marx und dessen Kapitalismus-Analyse.

Erst jetzt in der Emigration fängt er an, sich mit der Problematik des Kapitalismus zu befassen. "Der Dritte Weg" wird bald geboren. Ota Sik sieht sich als Wissender. Er hat bereits das Konzept zur Überwindung des kommunistischen Systems fertig und ist nun dabei die Rezepte zur Heilung des Kapitalismus zu liefern. 14

Diese Arbeit, die in Basel im Jahre 1970 begonnen wurde, mündet nach kurzer Zeit in der Ausarbeitung einer Konzeption zur grundsätzlichen Verbesserung beider Systeme. Die entsprechende Publikation "Der Dritte Weg - Die marxistisch-leninistische Theorie und die moderne Industriegesellschaft", erschien in Hamburg im Jahre 1972.

Die Wortschöpfung "Der Dritte Weg", der dafür geprägt wurde, verrät eine künstlerische Begabung deren Entfaltung Ota Sik, wie er oft bedauert, sonst verwehrt wurde. 15

Der Terminus "Dritter Weg", der von ihm geprägt wurde, ist u. E. mithin das Beste was Ota Sik geschaffen hat - auch wenn er sich seit der "Samtenen Revolution", aus Gründen, die für seine heutige Position vom Nutzen sind, zwar nicht konsequent aber doch deutlich distanziert16 und ihn als "Mischmasch" bezeichnet.17

Für unsere Fragestellung nach dem Medienruhm von Sik erweist sich als sehr hilfreiches empirisches Material die chronologische Übersicht der wichtigsten Publikationen von Ota Sik 18 19, weil sie ganz genau die Verbreitung seiner Ideen zunächst in der Tschechoslowakei und in den kommunistischen Ländern und später in der westlichen Welt zeigt.20 Die Jahresangaben der Originalpublikationen markieren dabei den Verlauf der Arbeit an seinen wirtschaftlichen Konzeptionen, die Jahresangaben und Länder der Übersetzungen, zeugen dabei von medialer Wirkung in Raum und Zeit.



 

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