Reforms  Sik

 

Ota Sik und die gegenwärtige Markttransformation der tschechoslowakischen Wirtschaft

Unmittelbar nach der "samtenen" kam Sik in die Tschechoslowakei und wurde aus eigener Initiative Mitglied der ökonomischen Beratergruppe des Präsidenten Václav Havel. Schon in den ersten Monaten nach der Revolution wurden Politiker und Ökonomen verschiedenster Richtungen einig über die Grundrichtungen der Wirtschaftstransformation.

Zu den allgemein akzeptierten erforderlichen Schritten der Transformation können gezählt werden: 1.Die Notwendigkeit, so schnell wie möglich das administrative System der zentralen Planung abzubauen. 2.Die Liberalisierung der Preise, um die Koordinierungsfunktion des Marktmechanismus zu erneuern. 3.Die Anwedung restriktiver Fiskal- und Monetärpolitik, um den Start von Hyperinflation zu verhindern. 4.Die Privatisierung eines beträchtlichen Teils des Staatseigentums.

Sik äußerte eine klare und vorbehaltlose Zustimmung mit diesen Grundrichtungen der Wirtschaftstransformation21 - somit unterschied er sich weder von den rechts-liberalen Ökonomen wie V.Dlouhy und T.Jezek, oder V.Klaus noch von Ökonomen der linken Mitte wie V. Komárek oder M. Zeman. Nur einsame Stimmen, wie z.B. der Wirtschatstheoretiker der KPTsch, Z.Hába, sprachen sich radikal gegen einige dieser Grundrichtungen aus.

Nichtsdestotrotz kam es schon in der ersten Hälfte 1990 zu einer beträchtlichen Meinungsdifferenzierung. Trotz anhaltender Übereinstimmung über die vier Grundschritte waren die konkreten Vorschläge zu Methode und Tempo der praktischen Verwirklichung des Programms der marktwirtschaftlichen Transformation sehr unterschiedlich. Zu unterschiedlichen Auffassungen kam es auch bei einer Reihe von weiteren Transformationsmaßnahmen, wie z.B. Liberalisierung des Außenhandels, Abwertung der tschechoslowakischen Währung (Kcs), Herausbildung eines wirklichen Kapitalmarktes usw. In diesem Streit bekamen die rechts-liberalen Ökonomen, repräsentiert vor allem durch den föderalen Finanzminister V.Klaus, aber auch durch weitere Minister der Föderalen und Tschechischen Regierung, wie T.Jezek, V.Dlouhy, K.Dyba und andere, Oberhand. Sie haben sich auf der ganzen Linie durchgesetzt, weil sie imstande waren, der Regierung ein ausgezeichnet ausgearbeitetes und begründetes Szenario (Strategie) einer schnellen und radikalen marktwirtschaftlichen Transformation zu liefern, das die bisherige Steuerungsfunktion der Regierung schnellstens durch die marktwirtschaftliche Selbstregulierung ersetzen sollte. Eine Gruppe von Politikern und Ökonomen, repräsentiert durch den damaligen Vizepremier der föderalen Regierung, V.Komárek, den Abgeordneten des föderalen Parlaments M.Zeman, und durch eine Reihe weiterer Minister und Ökonomen, waren sich dagegen darin einig, daß der Übergang viel langsamer sein sollte, und erfolgen sollte unter Beibehaltung einer bedeutenden aktiven Rolle des Staates bei der Steuerung der Wirtschaftsprozesse. Die Gruppe um Komárek trat zwar häufig auf mit einer lautstarken und vehementen Kritik am liberalen Flügel, war jedoch nicht imstande ein in sich schlüssiges Projekt einer alternativen Strategie auszuarbeiten. Ihre erste "Schlacht" nach der Revolution hat diese Gruppe verloren. V.Komárek hat seine Funktion als Vizepremier der föderalen Regierung abtreten müssen an Václav Klaus, als den Haupträpresentanten der radikalen Strategie.

Diese Entwicklung der Ereignisse hat auch die Rolle von Sik in der nachrevolutionären Tschechoslowakei schicksalhaft berührt. Schon in den ersten Monaten war klar, daß er nicht ertragen kann, daß seine Stimme unter den Stimmen vieler anderer Ökonomen untergeht, und daß er trotz seiner Rolle im Beratungsgremium des Präsidenten einen nur verschwindenden Einfluß auf den Verlauf der Transformation und die Wirtschaftspolitik des Staates hat. Es scheint, daß er in seinen messianischen Vorstellungen meinte, daß er als größter überlebender tschechoslowakischer Ökonom (gemessen an der Zahl der Publikationen vor und nach 1968), und wegen seiner großen politischen Verdienste in den Sechziger Jahren, wiederum die führende Rolle bei der Gestaltung der Strategie der Wirtschaftsreform übernehmen würde. Seine Tragödie liegt darin, daß ihm nicht bewußt wurde, daß diejenigen, die zwanzig Jahre der Unterdrückung während der "Normalisierung" erlebt haben, und die nach der Revolution führende ökonomische Positionen im Staate eingenommen haben, und die ihre eigene Zukunft nach eigenen Vorstellungen gestalten wollten, die geringste Lust hatten, Ratschläge zu empfangen von einem alten, wenn auch von der Entwicklung einigermaßen belehrten Marxisten. Nicht einmal der Marktsozialismus, gebaut unter Siks Aufsicht, und auch nicht die Utopie des Dritten Weges, projektiert von dem Emigranten Sik in den siebziger und achtziger Jahren haben keine anziehende Zukunft für die Politiker und Ökonomen der Nachrevolutionszeit dargestellt. Und weil in bezug auf seine konkreten Vorstellungen über die Transformationsstrategie Sik mit Komárek übereinstimmte, bedeutete der Sturz von Komárek auch das Ende des Versuchs von Sik in die Wirschaftsentwicklung der gegenwärtigen Tschechoslowakei einzugreifen. Sik hat seinen Platz im Gremium der ökonomischen Berater des Präsidenten verlassen und kehrte als Pensionär in sein Heim im schweizerischen St.Gallen zurück.

Die Vorstellungen von Sik über die Strategie der marktwirtschaftlichen Transformation haben sich in vielen Punkten unterschieden von der Konzeption von Klaus und weiteren liberalen Ökonomen. In fast allen diesen Punkten stimmten sie weitgehend überein mit der Konzeption von V.Komárek, M.Zeman und weiteren Ökonomen der linken Mitte. Auf keinen Fall hat sich Sik hervorgetan als Ökonom oder Politiker mit einer gänzlich anderen Konzeption.

In erster Linie ging es um die Meinungsunterschiede über den Fortgang der Preisliberalisierung. Die Klaus-Konzeption, die zum 1.1.91 verwirklicht wurde, basierte auf einer abrupten einmaligen Freigabe praktisch aller Preise (ein sogenannter großer Knall). Sie startete die Marktkoordinierung in einem Schritt. Wie sich während der kurzen Zeit wirklich bestätigte, hat diese Strategie das Marktgleichgewicht in der Tschechoslowakei in wenigen Monaten erneuert. Sik hat zwar mehrmals wiederholt, sein Ziel sei die Erneuerung der Marktwirschaft mit freien Preisen, aber ähnlich wie Komárek warnte er ständig vor der Gefahr der Hyperinflation infolge des großen Ungleichgewichts und der starken Monopolisierung in einigen Branchen.22 Anders als bei dem großen Knall hat er den Weg der allmählichen Freigabe der Preise empfohlen, erst dann, wenn die Regierung die Zerschlagung der Monopole gesichert und durch ihre Eingriffe das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot auf einzelnen Märkten beseitigt hat. Sik hat sich offensichtlich geirrt. Der Inflationsschub war zwar größer als die Regierung erwartet hatte, aber die Inflation wurde in der zweiten Jahreshälfte gestoppt. Hyperinflation fand nicht statt.

Der Irrtum von Sik, genauso wie von Komárek, basierte auf Unkenntnis der Theorie des allgemeinen Gleichgewichts, die schon vor fast hundert Jahren in den Werken von V.Pareto und E.Barone zeigte, daß das allgemeine Gleichgewicht auch dann existiert, wenn bestimmte Branchen monopolisiert sind. Das Monopolgleichgewicht führt zu anderen Preisrelationen als Konkurrenzgleichgewicht. Die Preise in monopolisierten Branchen erhöhen sich relativ gegenüber den Preisen in nichtmonopolisierten Branchen, jedoch kommt das Gleichgewicht trotzdem zustande. Bei der strikten Kontrolle des Geldangebots besteht kein Grund dafür, daß das Monopol zu einem permanenten Inflationswachstum der Preise führen sollte. Im Gegenteil: Die Vorschläge von Sik und Komárek, die Preise allmählich frei zu geben, hätte vernichtende Folgen für die tschechoslowakische Wirtschaft. Das Belassen des bedeutenden Teils der Preise unter der zentralen Kontrolle in einer Zeit, da die Zentralorgane ihre ganze Autorität verloren haben, würde bedeuten, daß die Wirtschaft keinen Koordinationsmechanismus mehr hätte. Der Plan würde nicht mehr funktionieren und der Markt noch nicht. Es müßte zwingend zu einem allgemeinen Verfall und Niedergang kommen, ähnlich wie in der GUS und einigen anderen osteuropäischen Ländern. Die Vorstellung, daß die Regierungsbeamten unter solchen Bedingungen fähig wären, das Gleichgewicht in einzelnen Branchen zu erneuern, ist völlig unsinnig.

Der zweite Bereich, in dem sich die Sik-Position von der offiziellen Konzeption von Klaus unterschied, war die Rolle des Staates und der Planung. Im Unterschied zu Klaus, dessen Konzeption auf den freiesten Markt mit minimaler wirtschaftlicher Rolle der Regierung gerichtet war, hat Sik, ähnlich wie Komárek und Zeman, und im Einklang mit seiner eigenen Theorie des Dritten Weges, eine aktive Rolle der Regierung, gestützt auf die Planung des indikativen Typs, propagiert. Im Unterschied zu Komárek hat Sik die Rolle der Planung nicht in der zentralen Durchsetzung der strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft gesehen, d.h., in der Unterstützung der Entwicklung der sogenn. prespektivischen Branchen und der Unterdrückung der Branchen, die keine Perspektive haben. Die Auffassung von Sik ist vielmehr makro-ökonomisch. Der Staat sollte vor allem die Verteilung des Nationaleinkommens zwischen Löhnen und Gewinnen regulieren und so den Klassenkonflikt beseitigen, der nach seiner Meinung in der kapitalistischen Marktwirtschaft zwingend entsteht. Die makroökonomische Planung sollte nach Sik die richtigen Proportionen zwischen Konsum und Investitionen und zwischen dem Geld- und dem Warenangebot erhalten, und so auch kontinuierliches und ungestörtes Wirtschaftswachtum sichern.

Der dritte Bereich der Meinungsunterschiede zwischen Sik und der offiziellen Strategie der Transformation stellt seine Auffassung von Privatisierung dar. Das kam zum Ausdruck, einerseits in seiner radikalen Ablehnung der Coupon-Privatisierung und andererseits in seiner Präferenz für die Privatisierung durch Beschäftigten-Aktien. In diesen beiden Richtungen besteht wiederum eine Übereinstimmung zwischen Sik und Politikern und Ökonomen der linken Mitte, Komárek, Zeman u.a.

Die Coupon-Form der Privatisierung stellt eine Verteilung eines Teils des Staatseigentums in das Privateigentum der Bevölkerung dar (praktisch gratis und zu gleichen Teilen pro berechtigte Person). Jeder Erwachsene hat das Recht auf tausend Investitionspunkte, die er zum Einkauf von Aktien der Staatsbetriebe, die inzwischen zu Aktiengesellschaften gewandelt wurden, verwenden kann.

Ähnlich wie Komárek, Zeman und weitere Kritiker der linken Mitte hat Sik die Coupon-Privatisierung auf folgende Weise angegriffen:23 "Die Bürger würden gratis Eigentumsteile erhalten, die sie nicht erarbeitet haben, und aus diesem Grunde würden sie zu diesem Eigentum keine Beziehung entwickeln und dementsprechend schlecht verwalten."24 Sik vermutet, die Bürger wären bestrebt, das leicht gewonnene Eigentum schnellstens auszugeben. Sie würden ihre Aktien, die sie für Coupons bekommen haben, gleich verkaufen und den Ertrag zum Einkauf von Konsumgütern verwenden, womit sie einen starken Inflationsdruck auslösen würden. Die Aktien und das mit ihnen verbundene Recht, über die privatisierten Betriebe zu entscheiden, käme billig in falsche Hände. Die Bürger würden sie dann erhalten, die im alten System mit Spekulationen oder durch ihre politische Stellung bereits großes Eigentum angehäuft haben. Durch den Umtausch der Coupons für Aktien, würden die Unternehmen kein neues Kapital erhalten, das doch so notwendig ist, für ihre Rekonstruktion und ihr weiteres Wachstum.

In allen diesen Argumenten irrt Sik sehr. Zunächst einmal stimmt die Behauptung nicht, daß die Bürger sich nicht um die Schaffung des Staatseigentums verdient gemacht hätten. Es stimmt zwar, daß im Kommunismus die Investitionen, und somit auch die Akkumulation des Wirschaftseigentums, durch den Staat gelenkt wurde. Aber gerade diese Investitionen wurden bezahlt aus den erzwungenen Ersparnissen der Bürger. Die unentgeltliche Verteilung des Staatseigentums kann als gerechte Rückgabe des Eigentums verstanden werden, welches die Bürger durch ihre Arbeit und ihr Sparen geschaffen haben, und das ihnen während der kommunistischen Herrschaft vom Staat weggenommen wurde.

Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, daß die Bürger das ganze gratis erhaltene Eigentum sofort verkaufen und verbrauchen würden. Stimmt es denn, daß die Leute alle Gewinne aus den Lotterien sofort ausgeben? Stimmt es denn, daß die Bürger sofort ihr ganzes Erbe verkaufen und ausgeben? Wenn Sik die Standard-Lehrbücher der Makro-Ökonomie gelesen hätte, hätte er die Theorie des Lebenszyklus von Modigliani kennengelernt, die allgemein akzeptiert ist und mehrmals empirisch getestet wurde. Diese Theorie basiert auf dem Modell der optimalen Entscheidungen der Haushalte über Konsum und Ersparnisse im Laufe des Lebens, die den kumulierten und diskontierten Nutzen maximieren sollen. Die empirischen Ergebnisse zeigen klar, daß eine durchschnittliche Familie sofort nur ungefähr 6% des Reichtums ausgibt, der ihr "vom Himmel zufällt". Den Rest wird sie ansparen und investieren, um ihren Konsum in den nächsten Jahren zu steigern. Manche Menschen die das Risiko scheuen, werden bestrebt sein, ihr Eigentum zu erhalten in einer weniger riskanten Form, als in Unternehmensaktien. Das können sie dadurch erzielen, daß sie ihre Coupons in Investitions-Privatisierungs-Fonds anlegen, die ihr Risiko in der Form von Portfolio streuen. In der Tat ist die Zahl solcher Fonds und das Interesse der Bürger durch solche Fonds an der Privatisierung teilzunehmen, im Dezember und Januar lawinenartig gewachsen. Somit ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Bürger sofort und massenhaft anfangen könnten, die Unternehmensaktien oder die Anteile der Privatisierungsfonds, die sie für Coupons erhalten haben, zu verkaufen.

Schließlich zieht auch nicht das Argument, daß durch die Vergabe der Aktien mit Hilfe der Coupons die Unternehmen kein zusätzliches Kapital gewinnen würden. Sik hat offensichtlich keine klare Vorstellung von der Rolle der primären und sekundären Finanzmärkte. Das Kapital für Unternehmen entsteht lediglich auf den primären Märkten in dem Moment, wo die Ersparnisse zum Einkauf der neu ausgegebenen Aktien verwendet werden. Die Privatisierung allerdings, in der Form der Vergabe von Aktien für Coupons, oder in der Form ihres Verkaufs für Geld, entspricht den sekundären Finanzmärkten, bei denen es ausschließlich zum Eigentumswechsel kommt. In diesem Falle gehen die Mittel, die durch den Verkauf der Aktien gewonnen wurden, an den früheren Eigentümer, d.h. den Staat, und nicht in den privatisierten Betrieb.

Zum Schluß kommen wir zu den Beschäftigten-Aktien. Ganz in Einklang mit seinem Projekt der "Humanen Wirtschaftsdemokratie" und den Zielen des sogenn. Dritten Weges propagiert Sik als die beste Form der Privatisierung, die Verteilung, mindestens eines Teiles, der Aktien der privatisierten Betriebe unter die Belegschaft, nach dem Muster des amerikanischen Systems ESOP. Im ESOP sind die Angestellten am Betriebskapital und -gewinn beteiligt. Nach Sik sind die Beschäftigten im ESOP-System an Leistung und Qualität interessiert. Die Betriebseffizienz angeblich wächst. Sik stützt sich darauf, daß sich das ESOP-System in den letzten Jahren sehr verbreitet hat. Er behauptet, daß die amerikanische Erfahrung habe bewiesen, daß die Gewinne und Einkommen der ESOP-Firmen schneller Wachsen. Seine empirischen Beweise sind jedoch sehr dürftig. Er wiederholt25 bekannte Angaben über das Wachstum der ESOP-Firmen von 1.600 im Jahre 1974 auf 8.100 im Jahre 1985 und der Beschäftigten von 250 Tausend auf 8 Millionen.26 Weiter führt Sik nur ein Buch aus dem Jahre 1976 an.27

Wir haben, zum Glück, ein etwas besseres und umfangreicheres empirisches Material. Es handelt sich um das Buch "Paying for Productivity"28 . Dieses Buch beinhaltet viel Material über ESOP und ähnliche Systeme. Darunter auch die umfangreiche Studie, des heute vielleicht wichtigsten amerikanischen Ökonomen, tschechischer Herkunft, Jan Svejnar, eines anerkannten Fachmannes in diesem Bereich. Aus diesem Material erfahren wir interessante Fakten, die die Schlußfolgerungen von Sik nicht stützen. ESOP wird verstanden als eine Form von "fringe benefits" und ist trotz schnellen Wachstums immer noch marginal, z.B. im Vergleich mit Pensions-Fonds. ESOP ermöglicht Gewinnanteile für Beschäftigte, bringt aber nicht die Beteiligung der Belegschaft an der Betriebspolitik, da der Anteil der Belegschaftsaktien mit 3-10% gering ist und ESOP-Aktien ohne Stimmrecht sind. Nach Svejnar sind die ESOP-Betriebe nicht effektiver als andere.

Da Sik vorsieht, daß die Belegschaftsaktien nicht übertragbar sein sollen29, würde dies aber zu einer Schwächung der Sekundär-Kapitalmärkte führen. Außerdem wäre diese Privatisierungsform unfair. Fairness ist aber für jeden liberalen Ökonomen wichtig und sollte auch den Linken nicht belanglos sein. Fairness verlangt nicht nach Gleichheit des Einkommens und des Eigentums, aber sie verlangt nach gleichen Chancen für alle. Wenn wir bei der Verteilung des Staatseigentums, z.B. per Coupons, nicht wissen, wie viel der Einzelne dazu beigetragen hat, müssen wir jedem das Gleiche geben. Genau das tut die Coupon-Privatisierung. Die Verteilung durch Belegschaftsaktien gibt denjenigen Beschäftigten viel, die zufällig in einer prosperierenden Firma arbeiten und sehr wenig jenen, die in einer bankrotten Firma tätig sind. Was erhält dagegen etwa die Belegschaft der nicht zu privatisierenden Betriebe (Schulen, Polizei, Armee) oder die Rentner? Alle waren doch an der Bildung des Staatseigentums beteiligt!

 

 

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